Weitere Detailinformationen zu Dietkirchen

Vorzeit
Aus der Zeit der Germanen hat sich bis auf den heutigen Tag die Kenntnis von einem heidnischen Kultort auf dem Kalkfelsen bei Dietkirchen gehalten. Diesen Ort nannte man Hain. Er war der erste im Lahngau. Hier pflegte man Gericht zu halten. Der Reckenforst, der gerichtliche Versammlungsort, lag in unmittelbarer Nähe. Er wird schon 1217 urkundlich erwähnt. Man nannte diese Versammlungsstätte auch Thing.
Erste urkundliche Erwähnung

Dietkirchen wird erstmalig im Jahre 841 urkundlich erwähnt. Das Dorf ist jedoch älter. Ein niederes Adelsgeschlecht: "Die Dietkirchener Herren" waren hier wohnhaft.

Christianisierung
In der Geschichte des Dorfes nimmt die Christianisierung des Lahngebietes und das ehemalige Lubentiusstift eine besondere Rolle ein. Bei der Christianisierung von Dietkirchen wird immer wieder behauptet, Lubentius habe dort missioniert. Diese Auffassung ist falsch. Die Anfänge des Christentums an der Lahn reichen etwa vom 6. bis zum Ende des 7. Jahrhunderts. In diesem Zeitraum dürfte wohl auch die Gründung des Dorfes liegen. 
Lubentiusstift
Die Gründung des Lubentiusstiftes ist auf das Jahr 841 zu datieren. In der romanischen Stiftskirche ruhen die Gebeine von St. Lubentius, um den sich viele Legenden gebildet haben. Wahrscheinlich sind die sterblichen Überreste schon vor 841 von Kobern an der Mosel nach Dietkirchen überführt worden. In der Säkularisierung stand das Stift in der vollen Ausstrahlung. Etwa 425 Seelen zählte zu diesem Zeitpunkt die Pfarrei.
Lahnfähre
Die Lahnfähre in Dietkirchen wird bereits zwischen 1048 und 1098 erwähnt. Der Betrieb dieser Fähre war ein Lehnsrecht. 1959 wurde der Fährbetrieb eingestellt. Als Ersatz wurde 1989 eine 145 Meter lange und 3,30 Meter breite Rad- und Fußbrücke aus Holz unterhalb des Felsens gebaut.
Dietkircher Markt
Zur Ortsgeschichte gehört auch der Dietkircher Markt. Die ersten Anfänge sind nicht mehr zu datieren. Wahrscheinlich liegen sie im Hochmittelalter. Aus Nah und Fern kamen früher die Besucher zum Marktbesuch. Seit einigen Jahren ist der historische Marktbetrieb wieder aufgelebt.
Kriege
Von kriegerischen Ereignissen blieb das Dorf in den vergangenen Jahrhunderten nicht verschont. Im 1. Weltkrieg wurde bei Dietkirchen ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet. Heute befindet sich in der Nähe des ehemaligen Lagers eine Kriegsgräberstätte.
Dietkirchen als Stadtteil von Limburg
1971 gab die Gemeinde ihre Selbständigkeit auf und wurde als erste der umliegenden Orte der Stadt Limburg einverleibt. Der Stadtteil hat nach Stand 97/98 1724 Einwohner.